Ich bin wie ich bin?
Wenn sich jemand als als veränderungsresistent erweist, gehört es zum Standardprogramm, sich zu einer Variation des Satzes “Ich bin nun einmal so wie ich bin. Ich kann aus meiner Haut nicht raus.” zu flüchten.
Aber ist das wirklich so? Wie kommt dieses “Ich” zu dem, was es ist? Wie bildet sich dieser Charakter, der sich als so widerstandsfähig gegen Veränderung zeigt? Was sind alle diese Eigenschaften des Ich, die sich partout nicht flexibel zeigen wollen?
Die verschiedensten Zweige der Erforschung dieser Frage – sei es nun erziehungswissenchaftlich, neurobiologisch, psychologisch, soziologisch oder philosophisch – kommen im Kern zu einer ähnlichen Antwort: Das “Ich” ist das Ergebnis der Summe seiner “Programmierungen” – nur über die Hauptquellen dieser Programmierungen ist man sich uneinig.
Was mir im Kontext meiner Arbeit jedoch immer wieder besonders spannend erscheint, ist, dass es mindestens zwei Stufen der Entwicklung im Hinblick auf den eigenen Umgang mit diesem “Ich” gibt:
Die eine Stufe ist die der kompletten Identifizierung mit diesen Prägungen und Programmierungen aller Art, in dem das jeweilige “Ich” sich wirklich für diese hält. (“Ich bin halt so.”)
Auf der zweiten Stufe jedoch bricht der Unterschied zu sich selbst auf: Ich bin nicht so, sondern so sind meine Gewohnheiten, Programmierungen und Prägungen. So bin ich erzogen worden, so habe ich mich entwickelt, diese Muster habe ich mir angewöhnt.
Erst auf der zweiten Stufe wird Veränderung wirklich möglich. Und wir befinden uns immer in verschiedenen Bereichen auf beiden Stufen – je nach Grad der Wachheit für uns Selbst in dem jeweiligen Bereich.
Alles Liebe
Niels Koschoreck
Sei Du Selbst. Nur besser.
P.S: Es ist eines der Hauptanliegen meiner integral-evolutionären NLP Ausbildungen, mehr von dieser Wachheit zweiter Stufe zu entwickeln – und die Mechanismen unserer Programmierungen zu durchschauen und für unsere Veränderung und Charakterentwicklung zu nutzen.











One Response to “Ich bin wie ich bin?”
Hilda on November 16, 2011
Lieber Niels!
Ich finde es ausgesprochen spannend, das Leben “aufzubröseln”…immer wieder und immer öfter zu erkennen, was verantwortlich war, so zu werden, wie man ist (oder war).
Das ist eine enorme Erleichterung, Veränderungen einzuleiten, weil es ermöglicht klar zu sehen.
Zu sehen, dass man selber verantwortlich ist, zu sehen, dass man alles ändern kann, wenn man nur bereit ist, es zuzulassen.
Spannend!
Liebe Grüße
Hilda